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Definition Masochismus etc. bei der AOK

Antwort an die AOK am 06.07.2009

Fr. Wawrzyniak und Hr. Benecke haben der AOK in einer Antwort per Email ihre Bereitschaft bekundet in eine Diskussion zum Thema ICD-10 und Sadomachismus einzutreten und darum gebeten, dass bei einer Neugestaltung der Seite, die Diskussion um die Diagnose F65.5 Sadomachismus doch auch zu erwähnen.

 

Orginaltext der Antwort an die AOK am 06.07.2009:

Von: Mark Benecke <mark@benecke.com>

Datum: 6. Juli 2009 13:55:46 MESZ

An: astrid.maross@bv.aok.de

Kopie: k@benecke.com

Betreff: ihr schreiben datiert 2. juli 2009 ME MAR

liebe frau dr. maross, lieber herr dr. schillinger

haben sie vielen dank fuer ihre antwort / ihr schreiben datiert 2. juli 2009 ME MAR betreffs ICD10 / sadomasochismus
ich freue mich, dass wir uns inhaltlich treffen konnten

 

falls es die gestaltung der von ihnen angedeuteten, zukuenftigen internet-seiten erlauben sollte, waeren wir dankbar, wenn sie die diskussion betreffs des items sadomasochismus im ICD-10 deutlich erwaehnen koennten

ich freue mich sehr, dass sie geantwortet haben und stehe mit frau wawrzyniak nach wie vor gerne fuer gespraeche zur verfuegung.

 

sehr herzlich aus koeln

ihr
mark benecke

Antwortschreiben der AOK

Mit dem Datum vom 02.07.2009 haben Fr. Wawrzyniak und Hr. Dr. Benecke ein höfliches Dankschreiben der AOK erhalten mit dem Hinweis, dass der entsprechende Text ja bereits von der Webseite genommen wurden.

Antwortbrief der AOK vom 02.07.09

aok_antwort_090702.jpg

AOK entfernt bemängelte Seite

Stand 22.06.2009:

Die bemängelte Seite ist bei der AOK nicht mehr zu erreichen.

Brief von Dipl.-Psych. Ewelin Wawrzyniak Dipl.-Biol. Dr. rer. medic. Mark Benecke

Stand 20.06.09:


Dipl.-Psych. Ewelin Wawrzyniak und Dipl.-Biol. Dr. rer. medic. Mark Benecke schreiben am 20.06.2009 einen Brief an die AOK in der sie darum bitten den "unrichtigen und nicht dem Stand der Forschung entsprechenden Internet-Eintrag zu aktualisieren."

Sie bieten sich für Fachgespräche an und freuen sich auf Stellungnahmen und mögliche Gespräche. Gleichzeitig leiten sie den Brief an die BVSM und weitere mit dem Thema befasste Verbände und Forschungseinrichtungen weiter.

 

Hintergrund:

Fr. Wawrzyniak hat für ihre  Diplomarbeit, die ebenfalls im Brief zitiert wird im November 2008 die BVSM um Unterstützung bei der Suche nach Teilnehmern an der Studie gebeten, die mit einem Aufruf über diverse Medien und in den eigenen Reihen gegeben wurde.

 

Orginalbrief von Ewelin Wawrzyniak und Mark Benneke

brief_aok_sm.pdf

AOK: Krankheitsdefinition Masochismus, Passivismus, Sadomasochismus, Befriedigung durch Schmerz

Stand 16.06.2009:

Bei der AOK fand sich unter einem Link der im ICD Lexikon "http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/icd-diagnose-auskunft-49233.php"
unter dem ICD-10 Code F65.5 Sadomasochismus erreichbar war die Definition der Krankheiten "Masochismus, Passivismus, Sadomasochismus, Befriedigung durch Schmerz" mit folgendem Text:

 

Definition
Empfindet eine Person durch seelische oder körperliche Qualen und Demütigungen sexuelle Lust, spricht man von Masochismus. Ein Masochist erlangt also nur sexuelle Erregung oder Befriedigung, wenn er gedemütigt und erniedrigt wird. Der Masochismus ist das Gegenstück zum Sadismus, bei welchem der Lustgewinn wiederum durch das Zufügen von Schmerzen erreicht wird. Der Begriff Masochismus ist auf den Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch zurückzuführen. Man unterscheidet drei unterschiedliche Formen des Masochismus: den nichtsexuellen oder psychischen Masochismus, den sexuellen Masochismus und den perversen Masochismus.

Ursachen
Der Masochismus liegt tief verankert in der Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen. Er wird durch krankhafte Persönlichkeitsstörungen verursacht. Die Erkrankten fühlen sich befriedigt, wenn ihnen Schmerz zugefügt wird. Häufig tritt der Masochismus zusammen mit einer Neigung zu sadistischen Verhaltensweisen auf. Der Masochismus gehört NICHT zum normalen Sexualtrieb, er ist krankhaft. Meist sind die Ursachen der Störungen in der Familiengeschichte der Betroffenen oder generell in psychisch traumatisierenden Erlebnissen zu suchen.

Symptome
Beispiele für die den Masochismus auszeichnenden Symptome sind etwa das Bedürfnis nach Bestrafung, Unterwürfigkeit, das Erdulden von Schmerzen und Demütigkeit, denen ein gesunder Mensch sich nicht aussetzen würde.

Diagnostik
Im Rahmen der Diagnostik spielt zunächst die Sexualanamnese eine Rolle, also die Vorgeschichte des den Masochismus evtl. auslösenden Sexualverhaltens. Die individuelle Familiengeschichte des Betroffenen trägt zur Ursachenfindung bei.

Auswirkungen
Masochismus ist eine Erkrankung, bei der es auch zu ernsthaften, körperlichen Verletzungen kommen kann. Da Schmerz ein Notfallsignal des Körpers ist, besteht bei extremem Schmerzgenussempfinden die Gefahr, gefährliche Situationen nicht mehr richtig wahrnehmen zu können. In schweren Fällen kann es zur Selbstzerstörung und Verstümmelung kommen.

Therapie
Eine Therapie ist zweifelsohne nur im Falle psychischen Leidensdruckes seitens des Betroffenen möglich. Dann sind therapeutische Maßnahmen im Bereich der Verhaltenstherapie bzw. Psychoanalytik zu suchen. Hierbei müssen die Ursachen des Masochismus in der Familiengeschichte oder nach dem Erleben traumatischer Ereignisse aufgeklärt und bearbeitet werden.

Prophylaxe
Eine Vorbeugung gegen Masochismus gibt es nicht.

Bemerkungen
Freiwillig durchgeführte Sado-Maso-Praktiken unter Erwachsenen werden in der Regel nicht verfolgt, jedoch kann es in bestimmten Ausnahmefällen z.B. bei bestimmten Sittenwidrigkeiten zur Verfolgung durch Justizbehörden kommen.

Literatur: T. Payk: Checkliste Psychiatrie, Georg Thieme Verlag, 2000
Abdolvahab-Emminger: Exaplan - Das Kompendium der klinischen Medizin, Ullstein Mosby Verlag, 1995
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Text wurde aus web.archive.org/web/20050109032107/www.aok.de/bund/tools/medicity/diagnose.php rekonstruiert und kann Abweichungen enthalten

 


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  Bundesvereinigung Sadomasochismus e.V.
  Letzte Änderung dieser Seite: 31.07.2010
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